Die diesjährigen Gewinnerteams des Beamline-for-Schools-Wettbewerbs stehen fest. Sie werden zwei Wochen lang echte Experimente an einer Beamline, unter anderem bei DESY, durchführen. Bild: CERN, Beamline for Schools
Die Gewinnerteams der 13. Ausgabe des Physikwettbewerbs „Beamline for Schools“ (BL4S) stehen fest. BL4S, initiiert vom CERN, dem Europäischen Labor für Teilchenphysik, steht Schüler:innen der Sekundarstufe aus aller Welt offen. Die Teilnehmenden reichen einen Vorschlag für ein Physik-Experiment ein, das an der Beamline eines Teilchenbeschleunigers durchgeführt werden soll, entweder am CERN oder an einem der Partnerinstitute DESY und ELSA (Elektronen-Stretcher-Anlage der Universität Bonn, Deutschland). Im Jahr 2026 wurden fünf Gewinnerteams auf der Grundlage der wissenschaftlichen Qualität ihrer Vorschläge ausgewählt.
Das Team „attoPION“ mit Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen aus Indien und das Team „PionIST 3“ aus verschiedenen Schulen in der Türkei werden im August 2026 zum CERN reisen, um ihre vorgeschlagenen Experimente durchzuführen. Die Teams „Mobile MIPs“ aus Liverpool im Vereinigten Königreich und „Centauri Stars“ aus Lafayette in den USA werden ihr Experiment an einer DESY-Beamline durchführen, während „POLARIS“ aus verschiedenen Schulen in Bangladesch am ELSA-Beschleuniger der Universität Bonn forschen wird.
Die Teilnahmequote ist seit dem Start von „Beamline for Schools“ im Jahr 2014 stetig gestiegen. Mit 712 Teams aus 89 Ländern, die 2026 einen Experimentvorschlag eingereicht haben, wurde dieses Jahr ein neuer Rekord erreicht. Mehr als 4500 Schüler:innen nahmen in diesem Jahr teil und stellten damit einen neuen Rekord auf.
„Die Mission des CERN war schon immer, die Wissenschaft voranzubringen und die Generation zu inspirieren, die sie weiterführen wird“, sagt Ursula Bassler, CERN-Direktorin für Stakeholder Relations. „Die erfolgreiche Beteiligung in diesem Jahr zeigt, dass das Interesse an Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik weltweit wächst. Gemeinsam mit DESY und der Universität Bonn freuen wir uns darauf, die Gewinnerteams willkommen zu heißen und sie dabei zu unterstützen, ihre Ideen in echte Experimente umzusetzen.“
Die enge Zusammenarbeit zwischen CERN und DESY begann 2019 während einer langen Betriebsunterbrechung der CERN-Beschleuniger. 2025 kam der Elektronenbeschleuniger ELSA an der Universität Bonn hinzu. Dies ist das siebte Jahr, in dem DESY die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs empfängt, und das zweite Jahr für ELSA. Bei DESY werden Experimente an dem Beschleuniger durchgeführt, der DESY seinen Namen gab – dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), einem Vorbeschleuniger für die PETRA-III-Lichtquelle, der auch mehrere Beamlines für Tests von Detektorprototypen speist.
Beate Heinemann, Vorsitzende des DESY-Direktoriums, sagt: „Beamline for Schools bricht in diesem Jahr erneut einen Rekord mit der bisher höchsten Anzahl eingereichter Vorschläge. Ich freue mich sehr über diese Begeisterung für die Forschung im Allgemeinen und für Technologien der Teilchenphysik im Besonderen und freue mich sehr darauf, wieder zwei Teams bei DESY begrüßen zu dürfen: die Mobile MIPs aus Liverpool, Vereinigtes Königreich, und die Centauri Stars aus Lafayette/CO, USA. Ich hoffe, dass ihre wissenschaftlichen Experimente in Hamburg für sie ebenso bedeutsam und unterhaltsam sein werden, wie es für die Beatles vor 64 Jahren war, im Star Club in St. Pauli auf der Bühne zu stehen.“
„Wissenschaft lebt von Neugier und Teamarbeit. Umso beeindruckender ist es zu sehen, auf welch hohem Niveau sich junge Menschen mit Teilchenphysik auseinandersetzen. Wir gratulieren allen Gewinnerteams und freuen uns darauf, das Team POLARIS aus Bangladesch bei uns am ELSA begrüßen und bei der Umsetzung seines Experiments begleiten zu dürfen. Der Austausch mit so engagierten und wissbegierigen Schüler:innen ist auch für uns eine große Bereicherung“, sagt Professor Klaus Desch, der für die Beschleunigeranlage ELSA verantwortlich ist.
„Unser Team will untersuchen, ob sich die CMOS-Sensoren in Mobiltelefonen mithilfe des Elektronenstrahls bei DESY als kostengünstiges Strahlteleskop einsetzen lassen“, erklärt „Mobile MIPs“, das Team aus Großbritannien. „Die CMOS-Sensoren sollen eine vergleichbare Auflösung wie aktuelle Teilchendetektoren haben und später zur Untersuchung kosmischer Strahlung eingesetzt werden. Wir freuen uns sehr und fühlen uns geehrt, zu DESY eingeladen worden zu sein.“
„Unser Experiment beschäftigt sich mit der Anwendung von Silizium-Photomultiplikatoren zur Detektion von intern reflektierter Cherenkov-Strahlung in einem Glasstab“, erklärt das „Team Centauri Stars“ aus den USA. „Wir fühlen uns geehrt, ausgewählt worden zu sein, um gemeinsam mit führenden Experten auf dem Gebiet der Teilchenphysik wissenschaftliche Forschung mit den erstklassigen Einrichtungen von DESY zu betreiben. Wir sind unglaublich begeistert und dankbar für diese Gelegenheit.“
Die Gewinnervorschläge wurden von einem Komitee aus Wissenschaftler:innen von CERN, DESY und ELSA aus einer Auswahlliste von 50 besonders vielversprechenden Experimenten ausgewählt. Darüber hinaus werden drei Teams für die kreativsten Videovorschläge und weitere 15 Teams für die Qualität ihrer Aktivitäten zur Vermittlung von Physik bei sich vor Ort ausgezeichnet, bei denen sie das durch die Teilnahme an BL4S gewonnene Wissen nutzen.
Beamline for Schools ist ein Bildungs- und Vermittlungsprojekt, das von der CERN & Society Foundation finanziert und von einzelnen Spendern, Stiftungen und Unternehmen unterstützt wird. Diese 13. Ausgabe wird insbesondere von ROLEX im Rahmen seiner Perpetual Planet Initiative sowie in Deutschland von der Wilhelm und Else Heraeus Stiftung unterstützt.
Weitere Informationen:
BL4S-Website
Nominierte Teams und Sonderpreise 2026
Frühere Gewinnerteams
Nominierte Teams aus Ägypten, Bangladesch, Brasilien, China, Costa Rica, Deutschland, der Dominikanischen Republik, Hongkong, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Kanada, Mexiko, Oman, Pakistan, den Philippinen, Portugal, Singapur, Spanien, der Tschechischen Republik , der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und Zypern.
Die Preise für die besten Outreach-Projekte – 15 Teleskope – wurden vom belgischen Projekt „Stars Shine for Everyone“ zur Verfügung gestellt. Die Teleskope sind von fünf Nobelpreisträgern und dem Generaldirektor des CERN signiert.